Jakob-Koenen-Buch in Vorbereitung

Erinnerungen zum 50. Todestag eines unvergessenen Mannes

Mit der Überschrift „Jakob Koenen – Bürgermeister – Bundestagsmitglied – Mann des Sports – Ehrenbürger“ entsteht gegenwärtig vor dem Hintergrund des 50. Todestages des am 16. Januar 1974 verstorbenen volkstümlichen Politikers und Sportfunktionärs in der Regie von Dr. Walter Leimeier, Schriftleiter der „Heimatblätter“, ein Buch über das Leben und Wirken des verdienten Mannes. Herausgeber der bebilderten Publikation ist der Verein „Historie der Arbeiterbewegung in der Region Lippstadt“.

Lippstadt am Sonntag, 22. September 1968:
Bürgermeister Jakob Koenen bei der offiziellen Grundsteinlegung der Kirche St. Pius im damaligen „Schwerpunkt“, heute Süderhöhe.
Fotoquelle: Stadtarchiv Lippstadt S Bas w K 0241

Fünf Kapitel

Während mit früheren Rückblenden zum Engagement von Jakob Koenen in 2008 – mit dem Heft Jakob Koenen – der Bürgermeister zur 60jährigen Wiederkehr der ersten Wahl des Lippstädters zum Bürgermeister – und in 2012 – mit Blick auf die 50 Jahre zuvor erfolgte Berufung des heimischen Sportfunktionärs zum Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Publikation Jakob Koenen und der Sport – lediglich Broschüren erschienen sind, wird nun erstmals ein Buch über den unvergessenen Lippstädter verfasst. Neben Grußworten werden in fünf Kapiteln (Persönliches, Politiker, Mann des Sports, Würdigungen und Erinnerungen von Zeitzeugen) verschiedene Betrachtungen über den am Mittwoch, 5. Juni 1907, geborenen und am Mittwoch, 16. Januar 1974, verstorbenen Mann in das Werk aufgenommen. Sie reichen von Daten zum Schulbesuch, über die Ausbildung und berufliche Arbeit als selbstständiger Handwerksmeister (Sattler, Polsterer und Dekorateur), familiäre Bindungen, über das Wirken als Politiker, wobei sowohl seine Tätigkeit als Bürgermeister als auch seine Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag beschrieben wird, und für den Sport bis zu den vielen Würdigungen, die dem 1973 zum Ehrenbürger ernannten Jakob Koenen zuteilwurden, und mehreren Erinnerungen von noch lebenden Zeitzeugen.

Lippstadt am Samstag, 18. Oktober 1969:
Empfang zur Eröffnung der Herbstwoche. Von links mit dem Landtagsabgeordneten Hans Schwade (CDU), Bürgermeister Jakob Koenen (SPD), Ersten Bevollmächtigen der Industriegewerkschaft Metall und bei der Bundestagswahl am 28. September 1969 ins Bonner Parlament gewählten Engelbert Sander (SPD), Bundesverteidigungsminister Gerhard Schröder (CDU) sowie CDU-Landesvorsitzender Hans-Hermann Dufhues.
Fotoquelle: Stadtarchiv Lippstadt S Bas w F 548

Zeitzeugen

Zu den Erinnerungen von Zeitzeugen zählen unter anderem Beiträge der ehemaligen Ratsmitglieder Karl-Heinz Brülle, Heinfried Heitmann, Willi Kröger und Wolfgang Schulte Steinberg. Übrigens: Heinfried Heitmann ist einer von den noch wenigen lebenden Ratsmitgliedern, die Jakob Koenen als Ratsvorsitzenden erlebt haben. Diese Reminiszenzen sind indessen von der Redaktion des Buches, Walter Leimeier, Karl-Heinz Tiemann und Hans Zaremba, aufbereitet worden. Während Heinfried Heitmann seinen Einzug in den Stadtrat nach der Kommunalwahl am Sonntag, 9. November 1969, schildert, blickt Karl-Heinz Brülle auf die Vorgänge am Dienstag, 9. November 1948, zurück, als Jakob Koenen zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt wurde. Von einem damals kaum vorstellbaren Bündnis aus SPD und FDP, wie dies der ehemalige Landtagsabgeordnete erläutert. Willi Kröger, ein späterer Nachfolger von Jakob Koenen in der Funktion des Vorsitzenden des Lippstädter Sportvereins Teutonia 08 (LST), hebt die Bedeutung von „Koenen, Jakob“, wie der einstige Handwerksmeister im Volksmund häufig genannt wurde, für den Sport auf den unterschiedlichen Ebenen hervor. Und Wolfgang Schulte Steinberg veranschaulicht, wie er als sechsjähriger Enkel anlässlich des 80. Geburtstages seines Großvaters Hermann Schulte Steinberg (1875-1963), Amtsgerichtsrat und erster Landrat des Kreises Lippstadt nach 1945, Jakob Koenen wahrgenommen hat. Überdies wird das Jakob-Koenen-Buch Würdigungen inzwischen verstorbener Persönlichkeiten beinhalten, die im Laufe der Jahre registriert wurden. So von Friedrich Wilhelm Herhaus als Stadtdirektor und enger Weggefährte, Helmut Klockow, Chronist des Geschehens in und um Lippstadt, sowie Werner Roß, „politischer Ziehsohn“ des legendären Bürgermeisters.

Hans Zaremba