Jakob Koenen – unvergessen

Politik und Sport

Jakob Koenen gilt auch fast 50 Jahre nach seinem Tod noch als der populärste Bürgermeister von Lippstadt. Über ein Vierteljahrhundert übte dieser tatkräftige Mann vom 9. November 1948 bis zu seinem Ableben am 16. Januar 1974 das Amt des ersten Bürgers für die Stadt an der Lippe aus. Durch seinen unermüdlichen Einsatz hat sich Jakob Koenen für Lippstadt und über die Stadtgrenzen hinweg viel Anerkennung und mannigfache Auszeichnungen erworben. Ebenso hat sich Jakob Koenen für die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie verdient gemacht. Sein Engagement bleibt für das Gemeinwesen bleibt unvergessen.

Jakob Koenen.:
Geboren in Lippstadt am 5. Juni 1907 und verstorben am 16, Januar 1994 in Lippstadt.
Archiv-Foto: Stadtarchiv Lippstadt

Lebensstationen

Mit dem Namen Jakob Koenen ist der Wiederaufbau von Lippstadt nach dem Kriegsende und dem Zusammenbruch des Dritten Reichs eng verbunden. Noch vor Bildung der Bundesrepublik wurde der Sozialdemokrat im Herbst 1948 Lippstädter Bürgermeister, gestützt auf ein Bündnis von Sozial- und Freidemokraten. Bis zu seinem Todestag – am 16. Januar 1974 – stand er ununterbrochen an der Spitze des Stadtparlaments und gilt auch heute noch als einer der populärsten Bürgermeister von Lippstadt. Nach dem Besuch von Volks- und Oberschule erlernte Jakob Koenen in Bautzen (Sachsen) das Handwerk des Polsterers. Die Gesellenjahre verbrachte er in verschiedenen Städten und absolvierte 1930 die Prüfung zum Polsterermeister. Es folgte zunächst die Tätigkeit in der Geschäftsführung eines Handwerksbetriebes und ab 1933 die Selbständigkeit als Handwerksmeister. Von 1940 bis 1945 war der Lippstädter Soldat, zuletzt mit dem Dienstgrad eines Fahnenjunker-Feldwebels.

Gemeinwesen

Als er nach der totalen Niederlage des vom NS-Regime angezettelten Krieges galt, den Wiederaufbau des Gemeinschaftsvereins in Angriff zu nehmen, zählte Jakob Koenen zu denjenigen Frauen und Männern, die sich hierum große Verdienste erwarben. Er wurde Kreistagsabgeordneter, Ratsmitglied und Schöffe bei Gericht. Über sein Amt als Bürgermeister – in das er am 9. November 1948 erstmalig gewählt wurde – hinaus, zog er 1953 für die Sozialdemokraten auch in den Deutschen Bundestag ein und gehörte dem Bonner Parlament ebenfalls ununterbrochen bis zum Herbst 1969 an. Zudem diente der frühere aktive Ringer auch dem Sport. Ab 1951 als Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen und von 1962 bis 1966 als Schatzmeister des Deutschen Fußballbundes. Ebenso war er vier Jahre Vizepräsident des Landesportbundes Nordrhein-Westfalen.

Verdienste

Werner Roß (1928-2011), der lange einer der engsten Mitstreiter von Jakob Koenen im Stadtparlament war, sagte vor Jahren: „Trotz der Fülle von Funktionen, die er im Laufe der Zeit bekleidete, war das Bürgermeisteramt immer der Mittelpunkt seiner Arbeit.“ So sei es für ihn auch selbstverständlich gewesen, Lippstädter Bürgermeister zu bleiben, als ihm mit dem Bundestagsmandat eine weitere wichtige Aufgabe übertragen wurde. Dazu Werner Roß: „Denn dieses Amt ermöglichte ihm das zu sein, was er immer war. Ein Anwalt und Sachverwalter der Bürger. Deren Belange hat Jakob Koenen, jederzeit in selbstloser Weise vertreten.“ Es war aber nicht nur die Politik, in deren Dienst sich Jakob Koenen stellte. Auch für den Sport in Lippstadt und über die Stadtgrenzen hinaus wirkte er mit eindrucksvollen Erfolgen. Das nach ihm benannte Jakob-Koenen-Bad, für dessen Verwirklichung er sich in unkonventionellen Mitteln einsetzte, gibt hiervon ein bleibendes Zeugnis. Es ist heute unbestritten, dass Jakob Koenen zu den Persönlichkeiten zählt, die sich um den Deutschen Sport verdient gemacht haben. Es waren wesentliche Entscheidungen des Sports in Deutschlands, die eng mit seinem Namen verbunden sind.

Quellenangabe

Dieser Beitrag über die Person Jakob Koenen wurde von Hans Zaremba verfasst.