Von der militärischen zur zivilen Nutzung

Hans Zaremba über einen Blick in die frühere Lipperlandkaserne

Es gibt in Lippstadt kaum jemanden, der die vormalige Lipperlandkaserne so gut kennt wie der einstige Berufssoldat und heutige Ortsvorsteher des Stadtteils Lipperbruch, Gunther Schmich (SPD). Dies sowohl aus seiner über 28jährigen Tätigkeit bei der Bundeswehr – unter anderem als Kompaniefeldwebel – als auch aus seiner langen kommunalpolitischen Arbeit als Mitglied des Rates der Stadt Lippstadt.

Start der Radtour 2019 des Lippstädter SPD-Ortsvereins: 
Mit Ute Strathaus (zweite von rechts) hat sich Radlergruppe am Bürgerbrunnen eingefunden.

Schmuckes Wohnviertel

Von den detaillierten Kenntnissen des 59jährigen Bundeswehr-Reservisten über die Geschichte des früheren Fliegerhorstes und seine Entwicklung zum heutigen Ort für Gewerbetreibende und Heimstätte für viele Bürgerinnen und Bürger in einem schmucken Wohnviertel profitierte jene SPD-Radlergruppe unter Leitung von Ute Strathaus, die sich einen umfassenden Überblick zu der Umgestaltung nach der im Jahr 2006 erfolgten Aufgabe der Örtlichkeiten der Bundeswehr verschaffte. Erschienen war zu dieser Inspektion auch Meinolf Burghardt, Immobilienbeauftragter der Deutsche Industriebau Gruppe, der die Gäste durch einige interessante Bereiche der in den 1930er Jahren entstandenen ehemaligen Kaserne führte. Dazu gehörte auch eine Betrachtung der als „Loft Inn“ bezeichneten Apartments, die als möblierte Wohnungen zentrumsnah geschaffen wurden und außerhalb von Hotels und Herbergsbetrieben zahlreichen Berufspendlern, die in Lippstädter Unternehmen tätig sind, eine ansprechende Unterkunft bieten. Zu den umfänglichen Erläuterungen des Mitarbeiters des Unternehmens von Volker Westermann, das den gesamten Bereich des vormals von der Bundeswehr genutzten Geländes und seiner Liegenschaften vorbildlich umgewandelt hat, gehörte auch eine Inaugenscheinnahme des Businesscenters, das als Stabsgebäude der Bundeswehr in Lipperbruch diente, in dem unterdessen der Kreis Soest eine Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge und eine Nebenstelle des Gesundheitsamtes angesiedelt hat. Trotz einiger Bedenken, die im Vorfeld der Umzüge der Kfz-Stelle aus der Steinstraße und der Gesundheitsinstitution von der Lipperoder Straße nach Lipperbruch in Lippstadt zu hören waren, hat sich indessen der Standort dieser Kreisdienststellen im früheren Soldaten-Quartier bewährt. Durch seine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ist er gut mit Bussen zu erreichen, und verfügt obendrein über ausreichend Parkplätze für jene Besucherinnen und Besucher, die für die Abwicklung ihrer Obliegenheiten mit dem eigenem Auto anreisen.

Informationen aus erster Hand: 
Meinolf Burghardt vom Unternehmen Deutsche Industriebau Gruppe erläutert der Radler-Equipe der SPD das Modell mit den stark nachgefragten „Loft Inn“-Apartments in der ehemaligen Lipperlandkaserne. Als Dritter von rechts befindet sich der Lipperbrucher Ortsvorsteher Gunther Schmich im Bild.

Gelungener Businesspark

Als gelungen kann man auch den an der Mastholter Straße entstandenen Businesspark Lippe-Ems charakterisieren, der auf dem 300.000 Quadratmeter großen Areal vielen Gewerbetreibenden eine Fülle von Möglichkeiten von der Existenzgründung bis zur Expansion bietet. Als vorteilhaft hat sich auch seine Lage im Vier-Landkreise-Kreuz von Soest, Warendorf, Paderborn und Gütersloh mit der überregionalen Verkehrsanbindung mit der Bundesstraße 55, den Autobahnen 2 und 44 sowie den internationalen Flugverkehr erwiesen. Erfreut zeigte sich Gunther Schmich über den Umstand, dass die noch vor dem Ende der Bundeswehrägide in Lipperbruch aufwendig restaurierte Truppenküche durch die Stattküche (mit ihren Catering-Angeboten für Schulen und Kindergärten) eine gute Anschlussverwendung erhalten hat. Ebenso haben etliche Wohnmobilbesitzer auf dem weitläufigen Anwesen für ihre Fahrzeuge ideale Unterstellmöglichkeiten gefunden. Anerkennende Worte hatte der Lipperbrucher Ortsvorsteher für den Investor Volker Westermann, der mit viel Elan den Umbau von der militärischen zur zivilen Nutzung vorangebracht und die „Triebfeder der Entwicklung“ sei. Aber auch der derzeitige Kommunalpolitiker und Ex-Spieß Gunther Schmich ist für den Veränderungsprozess in Lipperbruch ein Glücksfall. Eine wahrlich gelungene Konversion, die hier zu registrieren ist.

Glückfall für Lipperbruch: 
Ex-Soldat und der heutige Ortsvorsteher des aufstrebenden Ortsteils. Gunther Schmich.
Archiv-Fotos (3): Karl-Heinz Tiemann

Quellenangabe

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 14. September 2019, für das Internet und die lokalen Printmedien von Hans Zaremba veröffentlicht.