Die Rettung der Villa Linhoff

Entschiedenheit der SPD wehrte vor dreißig Jahren die Spitzhacke ab

Als im Jahr 1981 mit den Vorschlägen für den Bau einer gemeinsamen Turnhalle für das Ostendorfgymnasium und die Nicolaischule bekannt wurde, dass mit diesem Projekt die Villa Linhoff der Spitzhacke zum Opfer fallen sollte, rief dies Wolfgang Schulte Steinberg auf den Plan. Von ihm ging die Initiative aus, mit der das heute unter Denkmalschutz stehende Jugendstilgebäude vor seinem Garaus bewahrt wurde.

Angetan von der Villa Linhoff. 
Das war der Landesminister für Wissenschaft und Forschung, Hans Schwier (Vierter von rechts), im Mai 1984 bei seinem Besuch in dem Gebäude an der Ostendorfallee. Die Begleiter des 1996 verstorbenen Politikers waren im Uhrzeigersinn Elmar Arnemann, Hans Zaremba, Horst Schneider, Eike Hovermann, der damalige Technische Beigeordnete Hans-Georg Rieber (+), Hochbauamtsleiter Klaus Brüggenolte, Elisabeth Kuppert und Wolfgang Schulte Steinberg.

Begründung

Zur Begründung seines Vorgehens wurde von dem Mitglied des damaligen städtischen Ausschusses für Denkmalschutz im Frühjahr 1981 unterstrichen, dass die im späten Jugendstil zum Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Villa Linhoff nicht nur von außen, sondern insbesondere in ihrer Innenausstattung vollständig und unverändert in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sei. Als Beispiele stellte der Sozialdemokrat in den Zusammenkünften im Jahr 1981, in denen um das Schicksal dieses Kleinods an der Ostendorfallee gerungen wurde, vor allem die herrlichen Wandvertäfelungen, die Türen und Türklinken und das großzügige Treppenhaus mit seinen farbigen Fenstern heraus.

Denkmalschutz

Es war zu Beginn der 1980er Jahre in der Stadtpolitik noch keine Selbstverständlichkeit, alte wertvolle und geschichtsträchtige Gebäude vor dem Abbruch zu bewahren. Die Frevel der 1960er und 1970er Jahre, als mit dem Abriss der Häuser Sterneborg und Timmermann am Lippertor sowie des Hauses Kersting hinter dem Finanzamt und der Villa Kisker an der Lipperoder Straße schmucke Bauwerke aus dem Stadtbild für immer verschwanden, standen dem 1949 in Lippstadt geborenen Wolfgang Schulte Steinberg bei seiner Initiative im Jahr 1981 noch als mahnende Bilder vor Augen. Schließlich war es der Landeskonservator, der die Villa Linhoff vor den Baggern schützte. Mit berechtigtem Stolz führte der passionierte Heimatfreund im September 2004 auf einem seiner Stadtspaziergänge der Kernstadt-Sozialdemokraten die ihm anvertraute Gruppe in das zwischen dem Jakob-Koenen-Bad und dem Ostendorfgymnasium gelegene und immer noch beeindruckende Haus.

Quellenangabe

Dieser Beitrag wurde am 4. März 2011 für die SPD-Publikation Rote Lippe Rose intern und das Internet von Hans Zaremba veröffentlicht.

Nach der Veröffentlichung dieses Artikel sind auf dem veröffentlichen Foto inzwischen auch Elisabeth Kuppert in 2011 Horst Schneider in 2015 verstorben.