Bundespolitik

Foto: Hans Zaremba
Qualifizierte Betreuung
Diese Zeiten seien auch für die Arbeitgeber berufstätiger Eltern besonders attraktiv, warum es nach Auskunft von Stefan Goesmann über die üblichen offenen Angebote seines Verbandes hinaus auf Dauer auch zu Kooperationen für betriebliche Kinderbetreuungen kommen soll. Die zunehmende Tendenz von Betrieben, eine verlässliche Unterbringung der Kinder ihrer Belegschaften sicherzustellen, habe er, so Wolfgang Hellmich, auch aus seinen Gesprächen in anderen Tagesstätten erfahren. Wie entscheidend eine umfängliche und qualifizierte Fürsorge der Kinder der Beschäftigten in den Unternehmen für die Personalfindung der Wirtschaft geworden sei, zeige auch das Beispiel der „Hella“, ihrem Betriebskindergarten in der Steinstraße einen eigens gegründeten Verein an die Seite zu stellen, bemerkte der Kommunalpolitiker Hans Zaremba und fügte hinzu. „Bestmögliche Angebote der Kinderbetreuung werden zu einem immer größeren Faktor für die lokale Wirtschaftsförderung.“
Hemmnisse überwinden
Auch der drohende Fachkräftemangel (Stefan Goesmann: „Der Markt ist abgegrast“) und die Befähigung des Personals in den Tagesstätten (Gabriele Oelze-Krähling: „Die Ansprüche werden immer größer“) wurden beim Dialog der AWO als Betreiberin mehrerer Kitas im Stadtgebiet mit den Politikern aus dem Bund, Land und der Kommune aufgegriffen. Während in Skandinavien für eine Tätigkeit in den Kitas meist ein Hochschulabschluss gefordert werde, zeichnet sich in Deutschland bislang noch keine grundlegende Änderung für das Berufsbild der Kräfte im Vorschulbereich ab. Die Landtagsabgeordnete Marlies Stotz wünscht sich „eine gute Mischung“, wonach künftig für die Leitung der Einrichtungen durchaus eine Person mit akademischer Ausbildung in Betracht kommen könne. Für das Mitglied des Bundestages, Wolfgang Hellmich, „ist es unerlässlich, die Hemmnisse des Föderalismus zu überwinden, damit der Bund stärker den Elementarbereich fördern kann“. Seine bisherigen Besuche im Wahlkreis hätten offenbart, dass es auf Dauer nicht ausreiche, wenn sich die Berliner Politik in der Bildung nur überwiegend für die Hochschulen engagiere.