Mit 28 Jahren war er im November 1969 eines der jüngsten Ratsmitglieder und mit 54 Jahren gelang ihm im September 1995 ein politisches Comeback als Stadtvertreter. Von Heinfried Heitmann, der vor 85 Jahren – am Dienstag, 17. Juni 1941 – als Heinz Friedrich Heitmann in Lippstadt geboren wurde, ist in diesem Beitrag die Rede.
Heinfried Heitmann vollendete sein 85. Lebensjahr

Heinfried Heitmann, damals Vorsitzender der Jungsozialisten und einer der wenigen Zeitzeugen der Ära von Jakob Koenen, gratuliert der SPD-Wahllokomotive zum größten kommunalpolitischen Wahlerfolg der Lippstädter SPD, dem Gewinn der absoluten Mehrheit im Stadtrat. Von 1969 bis zum Tod von Jakob Koenen in 1974 begleitete Heinfried Heitmann den legendären Bürgermeister sowohl im Stadtrat als auch bei Teutonia Lippstadt 08.
Archiv-Foto: Sammlung Heinfried Heitmann
Lippstädter Urgestein
Die wesentlichen Stationen des Lebenslaufes des Gewerkschaftlers, Sozialdemokraten und Freundes des Sports mit dem runden Leder sind allesamt eng mit seiner Heimatstadt verbunden. In ihr als Kind aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat er als Jugendlicher in der Stadtmitte eine kaufmännische Lehre zum Großhandelskaufmann absolviert und nach seiner Ausbildung in seinem erlernten Beruf in Lippstadt bis ins Rentenalter gearbeitet. Neben dem politischen und gewerkschaftlichen Engagement war für den langjährigen Fußball-Schiedsrichter, bekennenden Teutonen und Anhänger der Lauterer aus der Pfalz seit der Jugend sein überwiegendes Interesse auf den heimischen Sport ausgerichtet. Noch vor seinem Einzug in die Stadtvertretung hatte sich Heinfried Heitmann schon als Vorsitzender der Jungsozialisten etliche Verdienste für das Gemeinwesen erworben und für weitere Aufgaben empfohlen. Es war der ebenfalls stark dem Sport verbundene Bürgermeister Jakob Koenen (1907-1974), der schließlich den jungen Mann aus dem Süden für die Kommunalpolitik gewann. Mit seiner ersten Wahl in den Rat wurde für ihn sofort der Sport- und Freizeitausschuss sein Schwerpunkt, was er bis zu seinem endgültigen Abschied aus der Ratsversammlung im Herbst 1999 auch bleiben sollte. Als er 1989 nach 20jähriger Ratstätigkeit „eine Ruhepause“ einlegen wollte, war es seine Partei, die sich umgehend seine Erfahrungen sicherte. Für einige Jahre war er im Lippstädter SPD-Ortsverein für die politische Bildungsarbeit verantwortlich, bis ihn Mitte der 1990er nochmals der Ruf in den Stadtrat ereilte. In seiner letzten Periode als Stadtverordneter beschäftigte ihn, der noch heute im Elternhaus in der Ebertstraße lebt, neben dem Sport vorwiegend der Umbau der benachbarten ehemaligen britischen Kaserne zum heutigen Wohnpark Süd.

Einen ansprechenden Rahmen hatte der Ortsverein Lippstadt der Sozialdemokratie für die damalige Ehrung seiner Jubilare im Mehrgenerationentreffpunkt „Mikado“ im Wohnpark Süd vorbereitet. Auf unserem Bild startet die Musikpädagogin Barbara Berger vom Verein „DrehMomente“ mit einer Rikscha zur Heimfahrt des für seine 55jährige SPD-Treue ausgezeichneten Heinfried Heitmann mit seiner Ehefrau Gertrud Heitmann in die Ebertstraße.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann
Begleiter
Der Sozialdemokratischen Partei Deutschland gehört Heinfried Heitmann unterdessen seit 63 Jahren an. Im Lippstädter Rathaus begegnete er fünf Bürgermeistern. Mit dem legendären Stadtoberhaupt der Entwicklung der Stadt Lippstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, Jakob Koenen, und dem letzten Ratsvorsitzenden im Ehrenamt, Klaus Helfmeier (1941-2012), waren darunter auch zwei Sozialdemokraten. Und in der SPD-Stadtratsfraktion erlebte er mit den bereits verstorbenen Parteifreunden Werner Roß (1927-2011) Wolfgang Sparkuhle (1936-1993), Werner Franke (1928-2006) und Klaus Helfmeier sowie den späteren Vormännern Dr. Franz Walter Henrich und Karl-Heinz Brülle fünf Vorsitzende.
Auszeichnungen
Zum 60. Geburtstag im Jahr 2001 wurde der Vater eines Sohnes und Opa einer Enkeltochter für seinen selbstlosen Einsatz für das Gemeinwesen und in der Sozialdemokratie vom damaligen SPD-Ortsverein in der Lippstädter Kernstadt mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Über seine Leidenschaft für die Politik und den Sport hinaus ist für ihn die Gewerkschaftsarbeit ein ebenso bedeutendes Betätigungsfeld. Bis im Jahr 2010 stand er als Vorsitzender den Seniorinnen und Senioren der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Lippstadt und Umgebung vor, denen er sich auch heute noch als ein wichtiger Aktivposten verbunden fühlt. Für seine nachhaltige ehrenamtliche Arbeit als Gewerkschaftler würdigte ihn der DGB (Deutscher Gewerkschafts-Bund) im Frühjahr 2012 mit der Überreichung der Alfred-Gundlach-Medaille.
Hinweis
Dieser Beitrag wurde für die Monatsausgabe Juli 2026 von Rote Lippe Rose erstellt und erscheint vorab bereits am heutigen Donnerstag, 18. Juni 2026, auf dieser Homepage.


