Stadtjugendamt – eine Erfolgsgeschichte

Es dürfte in Lippstadt kaum ein Thema nach der Gebietsneuordnung von 1975 die lokale Politik so häufig beschäftigt haben, wie die von 1979 bis 1994 bei den jährlichen Beratungen des Haushalts wiederholten SPD-Anträge auf Übernahme der Zuständigkeit für die Jugendarbeit aus dem Soester Kreishaus in die Verantwortung der Stadt Lippstadt. Am Neujahrstag vor 30 Jahren – Montag, 1. Januar 1996 – nahm das Lippstädter Stadtjugendamt seinen kompletten Betrieb auf. Vorausgegangen war eine von 1979 bis 1994 gehende öffentliche Debatte, die mit dem Beschluss für ein Stadtjugendamt in der denkwürdigen Sitzung des Rates der Stadt Lippstadt am Montag, 30. Januar 1995, ihren vorläufigen Abschluss fand. Mit diesem Beitrag wird die Geschichte der Entstehung der örtlichen Institution geschildert. Überdies ein Resümee über die Aufbauphase in Mitte der 1990er Jahre und die Leistungsbilanz der Behörde bis zum Jahresende 2024 veranschaulicht. Zudem listet der Artikel für die Heimatblätter die Herausforderungen des Lippstädter Jugendamtes im Jahr 2026 auf.

Hans Zaremba über das Jugendamt

Lippstadt in den 1970er Jahren:
Im 1968 seiner Bestimmung übergebenen Kreishaus war auch das Jugendamtes bis zum 31. Dezember 1974 bestehenden Altkreises Lippstadt angesiedelt.
Archiv-Foto: Kreis Soest

Veränderungen nach der Gebietsreform in 1975

Als am 1. Januar 1975 die Gebietsneuordnung für die Region Lippstadt mit der Erweiterung des Stadtgebietes von 29,82 auf 113,3 Quadratkilometer und den Zuwachs von 22.000 Personen auf rund 64.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Kraft trat, verfügte die Stadt Lippstadt noch nicht über ein eigenes Jugendamt. Die Aufgaben als Jugendhilfeträger für Lippstadt oblagen zum Beginn des neuen Zeitabschnitts dem Soester Kreisjugendamt, das aus den vormaligen Kreisjugendämtern der Altkreise Lippstadt und Soest entstanden war.

Gravierender Einschnitt

Für Lippstadt bedeutete diese Änderung einen gravierenden Einschnitt. Zuvor war es für die Stadt an der Lippe aufgrund der kurzen Wege und engen Beziehungen zwischen dem Kreishaus an der Lipperoder Straße und dem Stadthaus am Ostwall relativ einfach, für die Aufgaben der Jugendhilfe auf die Dienste des Kreises zurückzugreifen. Als hilfreich für Lippstadt erwies sich bis 1974 auch der Umstand, dass die meisten Verantwortlichen im Lippstädter Kreishaus durch ihre Verbindung und Wohnortnähe zu Lippstadt mit den Gegebenheiten in der damaligen Kreisstadt bestens vertraut waren. Förderlich war daneben die seinerzeitige politische Begleitung, weil ein größerer Teil der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger in den Gremien des Altkreises Lippstadt, dadurch auch im Jugendhilfeausschuss, aus Lippstadt kamen. Außerdem war es bis 1974 keine Besonderheit, dass Ratsmitglieder zugleich dem Kreistag angehörten, womit die Kreis- und Stadtpolitik oft eine Gleichform bildeten. Obendrein tagten damals die Gremien des Altkreises Lippstadt vorwiegend in Lippstadt, gleichfalls ein handfester Vorteil für die Entscheidungsfindung der Lippstädter Lokalpolitik.

Verlust von Bürgernähe

Doch mit der Abwanderung des Kreissitzes von Lippstadt nach Soest und die Installierung der Leitungsebene des Kreises mit dem bereits zuvor für den Altkreis Soest als Verwaltungschef verantwortlichen Oberkreisdirektor Rudolf Harling (1927-2016) in Soest als Sitz des neuen Großkreises Soest veränderte sich die bisherige Situation merklich. Dies rief im Herbst 1979 die Politik, die Sozialdemokratie, auf den Plan, für Lippstadt ein eigenes Jugendamt zu beantragen. Kein einfaches Vorhaben für die SPD, da der Stadtrat von 1975 bis 1989 von einer absoluten Mehrheit durch die CDU und danach von 1989 bis 1994 bei etlichen Themen – auch zum Jugendamt – von einer Kooperation aus CDU und FDP dominiert wurde. Beide Parteien traten bei den Jugendamtsanträgen der SPD beharrlich und strikt auf die Bremse. Verbündete hatten die Christ- und Freidemokraten in den Hauptverwaltungsbeamten und Stadtdirektoren Friedrich Wilhelm Herhaus (1927-2014), der im Juli 1989 in den Ruhestand trat, und seinem von August 1989 bis Juli 1997 amtierenden Nachfolger Klaus Karl Kaster. Als Argumente für ihr wiederholtes Nein zu den von der SPD formulierten Vorschlägen wurden vermeintliche Mehrkosten genannt, häufig ohne schlüssige Beweise. Zur Erläuterung: Kommunen, die über kein eigenes Jugendamt verfügen und für diese Aufgaben die Kreise in Anspruch nehmen, haben eine differenzierte Kreisumlage zu entrichten. So auch von der Stadt Lippstadt, für die als Jugendamt ab dem Jahr 1975 das Kreishaus in Soest zuständig war.

Gestalterische Mehrheit

Diese Konstellation änderte sich erst, als durch die Stadtratswahl am Sonntag, 16. Oktober 1994, neue Mehrheiten entstanden. Bei dieser Abstimmung scheiterte die FDP an der ehemals noch gültigen Fünf-Prozent-Klausel bei den Kommunalwahlen. Stattdessen gelang der Bürgergemeinschaft (BG) der erstmalige Einzug ins Rathaus. Den 24 CDU-Ratsmitgliedern standen 20 Personen aus SPD, vier vom Bündnis 90/Die Grünen und drei der BG gegenüber. Daraus entwickelte sich die „gestalterische Mehrheit“ aus SPD, Grünen und BG. Übrigens: Eine Bezeichnung, die auf Anregung des seinerzeitigen Vorsitzenden der Lippstädter SPD-Ratsfraktion, Karl-Heinz Brülle, fußte. Der inoffizielle Zusammenschluss war die wesentliche Voraussetzung für den Jugendamtsbeschluss in 1995. Die entscheidende Sitzung des Lippstädter Stadtrates mit dem Einrichtungsbeschluss für ein Stadtjugendamt fand am Montag, 30. Januar 1995, statt. Davor war am Montag, 7. November 1994, mit den Stimmen der „gestalterischen Mehrheit“ (SPD, Bündnis 90/Grünen und BG) der hauptamtliche Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt in der heimischen Region und sozialdemokratische Ratsherr Klaus Helfmeier (1941-2012) zum letzten ehrenamtlichen Bürgermeister in der Geschichte der Stadt Lippstadt gewählt worden.

Lippstadt am Montag, 7. November 1994:
Als letzte städtische Doppelspitze in der Geschichte von Lippstadt begleiteten Bürgermeister Klaus Helfmeier (links) und Stadtdirektor Klaus Karl Kaster die Umsetzung des am Montag, 30. Januar 1995, vom Stadtrat gefassten Einrichtungsbeschlusses für ein Stadtjugendamt. Diese Aufnahme ist beim Stelldichein der Sozialdemokraten am Abend der Bürgermeisterwahl von Klaus Helfmeier im damaligen Lokal „Tenne“ entstanden.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Brülle

Mit der Verabredung für die Wahl des SPD-Mannes zum Bürgermeister hatten sich die Sozialdemokraten, das Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgergemeinschaft zugleich darauf verständigt, so rasch wie möglich einen erneuten Antrag für die Einrichtung eines Stadtjugendamtes einzubringen. Die Tageszeitung Der Patriotberichtete amMittwoch, 1. Februar 1995, mit der Überschrift Rat gibt grünes Licht für ein Stadtjugendamt und den Zeilen: “15 Jahre dauert jetzt schon die Diskussion um die Einrichtung eines städtischen Jugendamtes in Lippstadt. Am Montagabend hat der Rat nach einer streckenweise leidenschaftlichen Debatte das Projekt mit den Stimmen von SPD, Grünen und Bürgergemeinschaft endgültig auf den Weg gebracht. Gegen das Votum der CDU beschloß die „neue Mehrheit“, daß zum 1. Juli 1995 die Trennung vom Kreisjugendamt eingeleitet werden soll, damit das stadteigene Amt zum 1. Januar 1996 vollständig seinen Betrieb aufnehmen kann.“In der erwähnten Ratssitzung wurden abermals die bereits hinlänglich bekannten Argumente zum Für und Wider eines Stadtjugendamtes vorgetragen. Und einmal mehr wurden die Kosten aufgegriffen. Während die CDU durch ihren Vormann Wilhelm Börskens damit ihre Ablehnung unterstrich, wurde von der anderen Seite durch den SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Brülle entgegengehalten, dass man diese Diskussion zum Überdruss geführt habe. Schließlich kam es zum lange überfälligen Beschluss für ein Stadtjugendamt.

Bekannte Argumente

Mit der Verabredung für die Wahl des SPD-Mannes zum Bürgermeister hatten sich die Sozialdemokraten, das Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgergemeinschaft zugleich darauf verständigt, so rasch wie möglich einen erneuten Antrag für die Einrichtung eines Stadtjugendamtes einzubringen. Die Tageszeitung Der Patriotberichtete amMittwoch, 1. Februar 1995, mit der Überschrift Rat gibt grünes Licht für ein Stadtjugendamt und den Zeilen: “15 Jahre dauert jetzt schon die Diskussion um die Einrichtung eines städtischen Jugendamtes in Lippstadt. Am Montagabend hat der Rat nach einer streckenweise leidenschaftlichen Debatte das Projekt mit den Stimmen von SPD, Grünen und Bürgergemeinschaft endgültig auf den Weg gebracht. Gegen das Votum der CDU beschloß die „neue Mehrheit“, daß zum 1. Juli 1995 die Trennung vom Kreisjugendamt eingeleitet werden soll, damit das stadteigene Amt zum 1. Januar 1996 vollständig seinen Betrieb aufnehmen kann.“In der erwähnten Ratssitzung wurden abermals die bereits hinlänglich bekannten Argumente zum Für und Wider eines Stadtjugendamtes vorgetragen. Und einmal mehr wurden die Kosten aufgegriffen. Während die CDU durch ihren Vormann Wilhelm Börskens damit ihre Ablehnung unterstrich, wurde von der anderen Seite durch den SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Brülle entgegengehalten, dass man diese Diskussion zum Überdruss geführt habe. Schließlich kam es zum lange überfälligen Beschluss für ein Stadtjugendamt.

Lippstadt am Donnerstag, 5. März 2026:
Karl-Heinz Brülle, von 1991 bis 1999 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lippstadt und links vorne im Bild, erinnerte beim Dialog Stadtjugendamt – Rückblick und Ausblick an die Gespräche nach der Kommunalwahl am Sonntag, 16. Oktober 1994, für die Bildung der „gestalterischen Mehrheit“ aus Sozialdemokratie, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgergemeinschaft im Lippstädter Stadtrat. Jene Verbindung, durch die Klaus Helfmeier zum letzten Lippstädter Bürgermeister im Ehrenamt gewählt und nach einer fünfzehn Jahre währenden Debatte der Beschluss für ein Jugendamt in städtischer Regie herbeiführte  wurde.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann

Politische Begleitung für Planung und Steuerung

Begleitet wird ein Jugendamt – ob auf Kreisebene oder in städtischer Regie – von einem Jugendhilfeausschuss. Dazu sind folgende allgemeine Bestimmungen zu berücksichtigen, die auch für Lippstadt gelten: „Die Jugendhilfe vor Ort wird gemeinsam vom Jugendhilfeausschuss und der Verwaltung des Jugendamtes in Planung und Steuerung verantwortet. Der Jugendhilfeausschuss unterscheidet sich in seiner Form und seinen Inhalten von allen anderen kommunalen Fachausschüssen. Er ist politischer Ausschuss innerhalb der Kommune und gleichzeitig neben der Verwaltung Teil des zweigliedrigen Jugendamtes. Er hat sich mit allen Angelegenheiten der Jugendhilfe zu befassen und ist damit zentrales Gremium für die Koordinierung, Planung und Steuerung der Jugendhilfe. In seiner Funktion als Schaltstelle wirkt der Jugendhilfeausschuss bei der Gestaltung der Jugendpolitik in der Kommune mit. Er unterbreitet Vorgaben und kontrolliert deren Umsetzung.“ Diese Regelungen gelten auch für die Stadt Lippstadt. Dort bestand von 1995 bis 1999 ein klassischer Jugendhilfeausschuss. In der Folge bis in die Gegenwart werden die Aufgaben dieses gesetzlich vorgeschriebenen Ausschusses mit den allgemeinen Themen der kommunalen Sozialpolitik im derzeitigen städtischen Jugendhilfe- und Sozialausschuss gemeinsam auf der Grundlage der Zuständigkeitsordnung für die Gremien der Stadt Lippstadt behandelt.

Lippstadt am Mittwoch, 7. Juni 2023:
An diesem Tag fand der zum Beginn der Ratsperiode 2020 bis 2025 verabredete Wechsel im Vorsitz des Jugendhilfe- und Sozialausschuss der Stadt Lippstadt von dem rechts abgebildeten Hans Zaremba (SPD) auf Wilhelm Glarmin (FDP) statt.
Archiv-Foto: Philipp Maron (Stadt Lippstadt)

Stimmberechtige und beratende Mitglieder

In Nordrhein-Westfalen besteht der Jugendhilfeausschuss in der Regel aus fünfzehn stimmberechtigten und mindestens neun beratenden Mitgliedern. Dieser Grundsatz gilt auch für Lippstadt. Danach gehören neun Personen aus der Politik auf der Grundlage des letzten Ergebnisses der Ratswahl und sechs Mitglieder, die von den sozialen Verbänden nominiert wurden, dem Gremium für Jugend und Soziales an. Sie wurden von der Ratsversammlung in den Fachausschuss gewählt. Zuletzt am 3. November 2025. Demnach werden in der aktuellen Ratsperiode die Fraktionen im Stadtrat durch drei stimmberechtigte Mitglieder der CDU, zwei Personen der SPD, je eine der AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Bürgergemeinschaft und FDP/CDL vertreten. Überdies gehören dem Ausschuss jeweils ein stimmberechtigter Repräsentant des Sozialdienstes katholischer Männer, der Arbeiterwohlfahrt, Lebenshilfe für Behinderte Lippstadt, Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit, Kindergarteninitiative Overhagen und Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband an. Aus der Mitte dieser fünfzehn Personen wurde für die Zeit von 2025 bis 2030 die CDU-Ratsfrau Miriam Liedmeier als Vorsitzende bestimmt. Daneben wirken im Ausschuss dreizehn Personen mit beratender Stimme mit: Für den Seniorenbeirat, Stadtelternrat, Stadtjugendring, Stadtsportverband, die evangelische Kirche und katholische Kirche, Polizei, Schulen, Arbeitsverwaltung, Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände, das Gesundheitsamt, die Linkspartei sowie den neu eingerichteten städtischen Ausschuss für Chancengleichheit und Integration.

Kooperationen in der Politik

Als sich im Herbst 1994 die Fraktionen im Lippstädter Stadtrat von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgergemeinschaft (BG) zur „gestalterischen Mehrheit“ für die Bürgermeisterwahl von Klaus Helfmeier (SPD) zusammenfanden, vereinbarten sie, ihre Initiativen in den Ausschüssen in gemeinsamen Besprechungen abzustimmen. Diese Kooperation aus 1994 galt auch für die Teil-Fraktion der „gestalterischen Mehrheit“ im Jugendhilfe- und Sozialausschuss, was speziell in den ersten Monaten nach dem Ratsbeschluss für die Einrichtung des Stadtjugendamtes aus dem Januar 1995 förderlich war. Speziell auch für die Findung von qualifiziertem Personal – unter anderem durch die Übernahme von einigen Bediensteten aus dem Soester Kreisjugendamt – für die neue Einrichtung der kommunalen Jugend- und Sozialarbeit. Komplettiert wurde die Gruppe aus Sozialdemokraten, Bündnis 90/Die Grünen und BG durch die von den Sozialverbänden (AWO, INI und DPWV) in den städtischen Fachausschuss entsandten stimmberechtigten Mitgliedern. Obwohl der Bruch der „gestalterischen Mehrheit“, im Wesentlichen von der BG durch ihre Entscheidung für die vorzeitige Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters in 1997 herbeigeführt, blieb der informelle Zusammenschluss der Sozialpolitiker aus der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und BG bis in 2020 in der im Herbst 1994 gefundenen Konstruktion zusammen. Mit dem Beginn der Ratsperiode in 2020 trat anstelle der ausgeschiedenen BG die Fraktion der Linken der weiterhin von der Sozialdemokraten und den Grünen getragenen Vereinigung bei.

Lippstadt am Mittwoch, 17. Februar 2021:
Auch während der Corona-Pandemie fanden interfraktionelle Runden mit den Sozialdemokraten, dem Bündnis 90/Die Grünen und die Linkspartei zur Vorbereitung der Sitzungen des städtischen Jugendhilfe- und Sozialausschusses statt. Dies wird mit der am Tag der Konstituierung des Fachausschusses für die Zeit von 2020 bis 2025 entstandenen Aufnahme dokumentiert. Von links sind Leonie Stotz und Oliver Bertelt aus der SPD, Burkhard Kalle (Bündnis 90/Die Grünen) und Waldemar Domanski (Linkspartei) abgebildet.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann

Beitragsstaffeln

Ohne das unproblematische Zusammenwirken der informellen Gruppe aus SPD, Grüne und Linke wären die von 2020 bis 2025 erzielten Erfolge mit gerechteren Beitragsstaffeln für die von den Familien aufzubringenden Gebühren für den Besuch der Kindertagesstätten und OGS (Offenen Ganztagsschule) nicht vorstellbar gewesen. Ähnliches gilt auch für die deutliche Verbesserung der Bezahlung des Personals in der Kindertagespflege. Übrigens: Beide Schritte mussten gegen den erheblichen Widerstand der CDU durchgesetzt werden.

Vorreiter für eine neue Verwaltungsebene

Als am 1. Januar 1996 das durch den Ratsbeschluss vom 30. Januar 1995 eingerichtete Stadtjugendamt seinen Betrieb im kompletten Umfang wahrnehmen konnte, erfolgte dies im neu geschaffenen Fachbereich Jugend (mit dem Jugendamt) und Soziales (vormaliges Sozialamt). Eine Konstruktion, die damals in den Kommunen von Nordrhein-Westfalen kaum vorhanden war. Der von Wolfgang Roßbach verantwortete und für Lippstadt völlig neue Zuschnitt eines Teils der Verwaltungsgliederung bestand in 1996 aus drei Abteilungen. Ihre ersten Leiter waren: Rudolf Fischer (Soziales), im „alten Sozialamt“ Vize des damaligen Amtsleiters Wolfgang Roßbach und im Zuge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zur Arbeitsagentur wechselte, Klaus Rennkamp (Allgemeine Jugendhilfe), der zuvor im Hauptamt der Stadt Lippstadt wesentlich an der Planung des Jugendamtes beteiligt war, und Helga Rolf (Soziale Dienste), die vor ihrer Anstellung in Lippstadt in ihrer Heimatstadt Beckum als Gleichstellungsbeauftragte arbeitete. Unterstützt wurde das Quartett im Jahr 1996 von Meinolf Fischer (1954-2004) mit der ihm zugewiesenen Querschnittsaufgabe für die städtische Sozial- und Jugendhilfeplanung. Im Jahr 2002, als im Zuge des gesamten Umbaus der Stadtverwaltung Lippstadt die Dezernate und Ämter durch die generelle Bildung von Fachbereichen ersetzt wurden, erhielten die bisherigen Abteilungen im Fachbereich Jugend und Soziales die Bezeichnung Fachdienste.

Schule als neues Aufgabengebiet

Dreißig  Jahre später sind aus den einst drei Abteilungen und der in 2011 erfolgten Erweiterung des Fachbereichs um das Aufgabengebiet Schule zum heutigen Fachbereich für Familie, Schule und Soziales insgesamt sechs Fachdienste geworden: Schule (Uwe Thiesmann), Soziale Leistungen (Lina Große Wienker), Kindertagesbetreuung (N.N.), Jugend und Familie, (Kerstin Beckschulte), Soziales und Integration (Marc Schmidt) sowie Kinder- und Jugendarbeit (Frank Osinski). Ferner waren die derweil pensionierten Olaf Blanke (Soziale Leistungen), Werner Kalthoff (Soziales und Integration), Ulrich Schlink (Kindertagesbetreuung) und der innerhalb der Stadtverwaltung Lippstadt in den Fachdienst Organisation gewechselte Philipp Maron (Kindertagesbetreuung) als Fachdienstleiter tätig.

Verantwortliche

Von 1995 bis 2010 wurde der Fachbereich für Jugend und Soziales von Wolfgang Roßbach und in 2010 und 2011 von Manfred Strieth geleitet. Chef des in 2011 erweiterten Fachbereichs Familie, Schule und Soziales war Manfred Strieth bis Ende 2024 und seit 2025 steht ihm Iris Faulhaber vor. Amtsleiter nach der gesetzlichen Vorgabe des eigentlichen Jugendamtes waren von 1995 bis 2010 Wolfgang Roßbach, von 2010 bis 2022 Helga Rolf, in 2022 und 2023 Jutta Heinert und seit dem Jahr 2024 Kerstin Beckschulte.

Lippstadt am Mittwoch, 3. März 2010:
Beim Abschied von Wolfgang Roßbach (links), erster Leiter des Stadtjugendamtes Lippstadt, in den beruflichen Ruhestand wollte keiner mehr die im Januar 1995 von der SPD im Verbund mit den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der Bürgergemeinschaft durchgesetzte Behörde missen. Abgebildet sind auf diesem Foto neben dem pensionierten Beamten die inzwischen gleichfalls in Rente gegangenen Journalisten Eckhard Heienbrok („Der Patriot“) und Uwe Häger („Lippstadt am Sonntag“) sowie der damalige Kommunalpolitiker Hans Zaremba (SPD), die vom Beginn an die Arbeit des 1995 geschaffenen Jugendamtes über viele Jahre begleitet haben.
Archiv-Foto: Frank Osinski (Stadt Lippstadt)

Ambitionierter Beschluss und Herausforderungen

Gewiss war der Beschluss des Stadtrates vom 30. Januar 1995, bereits zum 1. Juli 1995 ein Stadtjugendamt einzurichten, für alle Beteiligten – Politik und Verwaltung – ambitioniert. Denn es waren rasch eine Vielzahl von Punkten zu klären: Ermittlung des Personalbedarfs und die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Anmietung von zusätzlichen Räumlichkeiten, die Kalkulation und Bereitstellung von Finanzmitteln für das neue Jugendamt. Ebenso die Regelung von Kontrakten mit den freien Trägern der Jugendhilfe. Über diese Herausforderungen berichtete der Ende 2024 pensionierte langjährige Leiter des städtischen Fachbereichs Familie, Schule und Soziales, Manfred Strieth, beim im März 2026 vom Verein zur Aufarbeitung der Geschichte der Arbeiterbewegung in der Region von Lippstadt ausgerichteten Dialog Stadtjugendamt – Rückblick und Ausblick. Dass diese Aufgaben bis Ende 1995 bewerkstelligt werden konnten, beruhte vorwiegend auf das Engagement von zwei Personen, mit denen Manfred Strieth im Umfeld des Jugendamtes über viele Jahre eng zusammengearbeitet hat: Wolfgang Roßbach, erster Leiter des Lippstädter Jugendamtes, und der in 1995 aus dem Organisationsreferat im Hauptamt der Stadt Lippstadt als Abteilungsleiter in das Jugendamt gewechselte Klaus Rennkamp. Die wesentlichen Aufgaben des Jugendamtes skizzierte Manfred Strieth in drei großen Blöcken: Kindertagesbetreuung, Hilfen zur Erziehung sowie Kinder- und Jugendarbeit. Dabei bezeichnete der heutige Vorsitzende der Dr. Arnold Hueck-Stiftung die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren als „Herkulesaufgabe“. Es waren der Neu- und Umbau verschiedener Kindertagesstätten vorzunehmen und ein städtisches Ausbauprogramm zu starten. Dazu zwei Zahlen: Im Jahr 1996 bestanden in Lippstadt 33 Kindergärten, derzeit in 2026 sind es 41 Tagesstätten.

Demographische Entwicklung

Als Querschnittsaufgabe wurde die Sozial- und Jugendhilfeplanung installiert. Bereits in 1999 formulierte der Sozialpädagoge Meinolf Fischer den ersten Werkstattbericht zur demographischen Entwicklung. Dieser Report wurde anschließend fünf bis zehn Jahre in der Regie des indessen gleichfalls in Pension gegangenen Fachdienstleiters Werner Kalthoff fortgeschrieben. Durch die zunehmende Digitalisierung ist aus dem vorherigen manuell verfassten Zahlenwerken der in der Gegenwart online verfügbare, regelmäßig aktualisierte Kommunal-Atlas „KECK“ in der Zuständigkeit von Kira Franzen entstanden.

Lippstadt am Freitag, 11. März 2016:
Momentaufnahme von links mit dem Fachbereichsleiter Manfred Strieth und Ausschussvorsitzender Hans Zaremba sowie dem Fachdienstleiter Werner Kalthoff bei einer Besprechung zur demographischen Entwicklung der Stadt Lippstadt.
Archiv-Foto: Frank Osinski (Stadt Lippstadt)

Projekte

Durch das Ja des Rates für ein Stadtjugendamt im Januar 1995 wurden Maßnahmen verwirklicht, „die zuvor in Lippstadt nicht vorstellbar waren“, führte Manfred Strieth in seiner Betrachtung im März 2026 im Rathaus aus. Die Begegnungszentren „Treff am Park“ (1998) im Dreieck von Bahnlinie, Stirper und Overhagener Straße sowie das „Mikado“ (1999) im Wohnpark Süd. Darüber hinaus soll in 2027 gegenüber der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) ein zusätzlicher Treffpunkt entstehen, den der Stadtrat im Juni 2025 einstimmig beschlossen hat. Obendrein wurden in den letzten drei Jahrzehnten auf den Weg gebracht: Die Ordnungspartnerschaft mit aufsuchender Jugendarbeit und Stadtwacht (1999), die „Märkte der Möglichkeiten“ (ab 2002), die Einführung der Schulsozialarbeit (2002/03) die Offene Ganztagsschule (2003), das Jugend- und Familienbüro (2005), die Mobile Beratung für Familien und Kleinkinder (2008) sowie die Verstärkung der Mehrgenerationenarbeit in Lippstadt (2017).

Lippstadt am Dienstag, 1. Oktober 2013:
Im Rahmen einer SPD-Quartiersinspektion erläuterte Nanni Schütte die Angebote im von ihr geleiteten  Begegnungszentrum „Mikado“. Mit im Bild von links nach rechts der einstige Ratsherr Josef Niehaus, die inzwischen pensionierten Beamten der Stadt Lippstadt, Fachdienstleiter Klaus Rennkamp und Fachbereichsleiter Manfred Strieth. Zum 1. Januar 2017 wurde das „Mikado“ durch das Engagement  des damaligen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Hellmich (SPD) zum mit Bundesmitteln geförderten und von etlichen Institutionen und Privatpersonen gut frequentierten öffentlichen Mehrgenerationentreffpunkt im Wohnpark Süd.
Archiv-Foto: Hans Zaremba

Schnittmengen

Noch vor den Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt und KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) konnte in Lippstadt, so Manfred Strieth beim Jugendamtsdialog im Rathaus, „schon sehr früh und vorausschauend“ der Fachdienst Schule in den im Jahr 2011 erweiterten Fachbereich Familie, Schule und Soziales aufgenommen werden. Dabei stellte er, der im April 2010 von Wolfgang Roßbach die Leitung des Fachbereichs angetreten hat, die Schnittmengen der Disziplinen Jugend und Schule heraus: Schulsozialarbeit, Schulassistenz, Zusammenarbeit und Beratung im Rahmen der Kindeswohlgefährdungen sowie die Bereitstellung von Betreuungsangeboten in den Schulen durch freie Träger der Jugendhilfe. Vermehrt seien sie bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) anzutreffen.

Unterbringung von Geflüchteten

Das Engagement für die in 2015 nach Europa gekommenen Flüchtlinge hat nicht nur den Verantwortlichen auf der europäischen Ebene, im Bund und im Land viele Anstrengungen abverlangt, sondern war auch eine beträchtliche Herausforderung für die Kommunalpolitik und Verwaltung der Stadt Lippstadt. Antworten, was in Lippstadt über Organisationsfragen für die Unterbringung der asylbegehrenden Menschen hinaus getan werden musste, wollten im August 2015 die heimischen Sozialdemokraten herausfinden. Dazu befassten sie sich im Rahmen ihrer Sommertour in einer öffentlichen Zusammenkunft mit den Folgen für das lokale Geschehen der nach Lippstadt gekommenen Menschen. Nach Gesprächen mit dem Lippstädter Netzwerk für Frieden und Solidarität und ihren Überlegungen mit den Prinzipien „Gelebte Akzeptanz“ und „Gleiche Chancen für alle“ und Beratungen im städtischen Jugendhilfe- und Sozialausschuss wurde ein „runder Tisch“ eingerichtet. Mit ihm und dem guten Zusammenwirken mit den Leitern der Fachbereiche für Recht und Ordnung, Joachim Elliger, und Familie, Schule und Soziales, Manfred Strieth, konnten die vielfältigen Aufgaben aus der erhöhten Zuwanderung von Geflüchteten in den Jahren 2015 und 2016 in Lippstadt relativ geräuschlos bewältigt werden. Immerhin waren rund 2.500 Geflüchtete zu betreuen und versorgen. Ebenso musste der Aufbau und die Einrichtung von Notunterkünften und Übergangseinrichtungen in Kooperation mit der örtlichen Ausländerbehörde bewerkstelligt werden. Weitere Aspekte aus den Folgen des starken Zuzugs von Geflüchteten nach Lippstadt waren die Unterbringung und Unterstützung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern im Rahmen des Jugendhilferechts. Ebenso ein übergangsweiser Ausbau von teilweise niederschwelligen schulischen Angeboten und die Möglichkeiten für die Betreuung von Kindern. Wiederum waren ab dem Jahr 2022 in Lippstadt nach dem Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine geflüchtete Personen aufzunehmen. Auch diese Situation verlangte einen erhöhten Einsatz der im städtischen Fachbereich Familie, Schule und Soziales bestehenden Fachdienste für Jugendhilfe, Schule und Soziales. 

Lippstadt am Donnerstag, 5. März 2026:
Der frühere Fachbereichsleiter Manfred Strieth referierte beim öffentlichen Dialog Stadtjugendamt – Rückblick und Ausblick über die Aufbauphase der Lippstädter Sozialinstitution. Mit im Bild seine Nachfolgerin im Tripel-Ressort, Iris Faulhaber.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann

Jugendhilfe ist nicht nur ein Kostenfaktor

Den Auftrag und die Rolle des Stadtjugendamtes in der Gegenwart veranschaulichte beim Jugendamtsdialog im Rathaus Iris Faulhaber. Die seit dem Januar 2025 verantwortliche Leiterin des Fachbereichs Familie, Schule und Soziales stellte in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen die gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit des Jugendamtes. Insbesondere mit den Perspektiven der Förderung, Beratung und des Schutzes von Kindern, Jugendlichen und Familien. Als Zielsetzungen hob sie die frühzeitige Unterstützung, Prävention und die Sicherung des Kindeswohls sowie die enge Zusammenarbeit mit den freien Trägern, Schulen, Kindertagesstätten, Beratungsstellen und anderen Institutionen hervor. Zur Entscheidung im Jahr 1995, in Lippstadt ein Stadtjugendamt einzurichten, schaute die Beamtin auf die Vorteile eines eigenen Jugendamtes mit „seiner Ortsnähe, die kurzen Wegen und passgenauen Lösungen“. Die zentralen Arbeitsfelder sind für sie die Betreuung von Kindern sowie der Ausbau und die Qualitätsentwicklung von Tagesstätten und Tagespflege. Dazu zählen neben den Hilfen zur Erziehung (Unterstützung und Stabilisierung von Familien durch ambulante und stationäre Hilfen) auch der Kinderschutz (Auftrag bei der Kindeswohlgefährdung) sowie die Jugendarbeit (Förderung von Teilhabe, Integration und Entwicklung junger Menschen). Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen griff Iris Faulhaber die steigenden Fallzahlen und Unterstützungsbedarfe bei Kindern, Jugendlichen und Familien auf. Genauso den Mangel an Fachkräften im pädagogischen und sozialen Bereich. Überdies die Anforderungen an Dokumentationen, Qualität und Zusammenarbeit im Kinderschutz. Dabei könne sie „die gesellschaftlichen Veränderungen, Integration und psychosozialen Belastungen junger Menschen“ nicht ausblenden. In 2026 stehe die schrittweise Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, besser bekannt als OGS (Offene Ganztagsschule), auf der Agenda. „Dies erfordert einen erheblichen Ausbau von Plätzen, Personal, Räumen und Organisationsstrukturen“, betonte die Fachbereichsleiterin beim Rückblick auf die über 30 Jahre erfolgreiche Arbeit des Jugendamtes. Und eine enge und funktionierende Kooperation zwischen Jugendhilfe, Schulen und freien Trägern ist für die im benachbarten Wadersloh aufgewachsene heutige Beamtin der Stadt Lippstadt unerlässlich.

KiBiz-Reform in der Kritik

Die von der Landesregierung in Düsseldorf geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) sorgt seit einigen Wochen landesweit für Kritik. Etliche Skeptiker des Vorhabens befürchten eine schlechtere Betreuung durch weniger qualifizierte Kräfte. In Lippstadt bereitet das nicht mehr ausreichende Finanzierungsystem Sorgen bei den handelnden Personen in der Politik und Verwaltung. Die Erwartung aus gemeindlicher Sicht ist nach den Auslassungen von Iris Faulhaber eine verbürgte Planungssicherheit für die Träger und Kommunen. Zugleich setzt sie auf stabile und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote für die Familien. Ohnehin ist für die leitende Mitarbeiterin der Lippstädter Stadtverwaltung die Aufrechterhaltung der vielfältigen Angebote bei sinkenden Kinderzahlen ein Problem. Darüber hinaus blickte die Fachbereichsleiterinauf die finanziellen Rahmenbedingungen. Dazu erwähnte sie die deutlich steigenden Ausgaben in allen Bereichen der Jugendhilfe (Betreuung, Hilfen zur Erziehung, Kinderschutz und den Ganztag) und die gleichzeitig „sehr angespannte Haushaltslage“. Auch die generelle und seit Jahren bestehenden Schwierigkeiten der Gemeinden und Städte mit der Konnexität (Wer bestellt, der bezahlt) sparte die Chefin des Lippstädter Fachbereichs für Familie, Schule und Soziales nicht aus: Die große Herausforderung der Kommunen somit auch für die Stadt Lippstadt bestehe darin, gesetzliche Ansprüche umzusetzen, bei gleichzeitig strukturell unzureichender finanzieller Ausstattung durch Land und Bund. Ein klares Bekenntnis war von Iris Faulhaber zur Prävention zu vernehmen, um Krisen und kostenintensive Hilfen zu vermeiden. Trotz des Haushaltsdrucks dürfe die Vorbeugung nicht aus dem Blick verschwinden. „Jugendhilfe ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft der Stadtgesellschaft“, bekräftigte sie ihren Standpunkt. „Mit der Sicherstellung von Betreuung, Schutz und Förderung für alle Kinder und Jugendliche in Lippstadt“ war ihr Ausblick auf eine Weiterentwicklung der wachsenden Anforderungen ausgerichtet. Und mit der Formulierung „Das Stadtjugendamt bleibt ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur und Zukunftssicherung“ traf sie klar und nachdrücklich die Erwartungen der meisten Besucherinnen und Besucher der vom ARD-Journalisten Marco Zaremba moderierten öffentlichen Zusammenkunft Stadtjugendamt – Rückblick und Ausblick im Rathaussaal.

Lippstadt am Donnerstag, 5. März 2026:
Der Wadersloher Marco Zaremba, ARD-Journalist, leitete souverän den von einem breiten Fachpublikum besuchten Jugendamtsdialog im Rathaussaal.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann

Hinweis

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 30. April 2026, 9.30 Uhr, veröffentlicht.