Als im Oktober in Gegenwart von Udo Strathaus, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der GWL (Grundstücke und Wohnen in Lippstadt GmbH, ehedem Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt), der „Rodepark“ im Kernstadt-Norden seiner Bestimmung übergeben wurde, erinnerte sich der zum 31. Oktober aus dem Stadtrat ausgeschiedene SPD-Mann an die Entstehung des Wohngebiets „Auf dem Rode“. Es war im Jahr 2018 eine Idee der damaligen GWL-Aufsichtsratsmitglieder Albrecht Gubalke (1945-2019), Josef Niehaus und Udo Strathaus, nach der das derweil größtenteils erstellte Quartier errichtet wurde.
Udo Strathaus über das Areal „Auf dem Rode“

Damals unterbreiteten die von links abgebildeten Udo Strathaus, Albrecht Gubalke und Josef Niehaus die SPD-Idee für ein kostengünstiges Wohnen im Aufsichtsrat der GWL (seinerzeit noch Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt, die inzwischen zu Grundstücks und Wohnungsbau in Lippstadt GmbH geworden ist).
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann
Flächensparendes Bauen
In ihrem Papier hatten die drei Sozialdemokraten im Sommer vor sieben Jahren darauf verwiesen, dass in Lippstadt – wie in vielen anderen Städten auch – Nachfragen bei öffentlichen und privaten Bauträgern erheblich über das vorhandene Angebot hinaus gehe. Zudem wurde von ihnen herausgestellt: „Bisher galten als Ideal das Einfamilienhaus und der Mietwohnungsbau, als Bündelung kleiner Familienwohneinheiten mit weitestgehend normierten Grundrissen. Besondere Einflüsse wie der Wandel kultureller Rahmenbedingungen, ein höheres Wohlstandsniveau, der technische Fortschritt in Produktions- und daraus sich ändernden Arbeitsverhältnissen, der rasante digitale Wandel, die demographische Veränderung, neue Mobilitätsanforderungen, die Rolle der Frau und ein verändertes Freizeitverhalten haben weitere Wahlmöglichkeiten für die Lebensgestaltung des Einzelnen ergeben, die in unterschiedlichen Wohnbedarfen zum Ausdruck kommen.“ Überdies war vom SPD-Trio die besondere Bedeutung für ein flächensparendes Bauen unterstrichen worden: „Die Grundstücksgröße, ihre zulässige Nutzung und Nutzbarmachung bestimmen in erheblichem Umfang die Gesamtbaukosten.“ Unterdessen hat im Viertel „Auf dem Rode“ eine beachtliche Zahl von jungen Familien ein Zuhause gefunden.
Schattenspender und Spielplatz
Der auf Initiative der örtlichen SPD in 2018 vom GWL-Aufsichtsrat ausgelobte Architektenwettbewerb führte recht schnell zu den von den kommunalen Gremien in Lippstadt beschlossenen Zielen. Bereits am Sonntag, 11. Oktober 2020, hatte der seinerzeitige GWL-Aufsichtsratschef Josef Niehaus gegenüber diesem Blatt hervorgehoben: „Das Ergebnis des Wettbewerbs kann sich sehen lassen. Die innovativen Bau- und Wohnformen könnten nun auch beispielgebend für andere Wohngebiete sein, über Lippstadt hinaus.“ Zugleich lobte zu jener Zeit der in 2022 als Ruheständler nach Dortmund übergesiedelte Lippstädter Ex-Ratsherr die „konstruktive-kreative Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und GWL“ bei der Durchführung des erwähnten Wettbewerbs. Als weiterer Abschnitt des zwischen Wiedenbrücker Straße und des Triftweges geschaffenen neuen Stadtviertels in der nördlichen Kernstadt ist der erwähnte „Rodepark“ entstanden, der nach 75 eingegangenen Vorschlägen seine Bezeichnung erhalten hat. Das Areal ist weder eine übliche Grünfläche noch ein reiner Spielplatz, sondern eine durchdachte Verbindung von beiden. Unterhalb des vormaligen Stadions „Am Bruchbaum, wo ehemals die Brüder Rummenigge das Fußball-Geschehen bestimmten, sind attraktive Spielgeräte wie Balancier-Parcours, Boden-Trampolin, Kletterzirkus, Riesenschaukel, Wasser- und Sandspielplatz sowie eine Wippe aufgestellt worden. Die dafür aus der Stadtkasse bewilligten 650.000 Euro sind unbestreitbar gut angelegtes Geld. Als Schattenspender sollen demnächst noch einige Bäume angepflanzt werden.
Wechsel bei der Aufsicht
Unmittelbar am Park befindet sich auch die Bushaltestelle der Linie C 6, die von montags bis freitags zwischen 6.35 Uhr ab dem Bustreff Bahnhof bis 19.51 Uhr an die Haltestelle Lichtenplatz im Stundentakt angefahren wird. Ein stark angenommenes Angebot der RLG(Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH). Ebenso sind dort eine Leihfahrräder-Station sowie zwei Stellplätze mit einer Elektro-Lademöglichkeit vorhanden. „Die jetzt ´Auf dem Rode´ sichtbar gewordenen Ergebnisse belegen, was eine nachhaltige Kommunalpolitik bewirken kann“, betont der scheidende GWL-Aufsichtsratsvorsitzende, für den das in 2018 auf den Weg gebrachte GWL-Projekt „ein gelungenes Quartier“ ist. Im Dezember soll nun auf Udo Strathaus der Overhagener Jens Behrens als Vormann der Aufseher des überwiegend von Anteilen der Stadt Lippstadt gehaltenen und in 1951 gegründeten Unternehmens folgen. Es sind gewiss große Schuhe, in die der gelernte Bankkaufmann zu schlüpfen hat, die zuvor über Niehaus und Strathaus hinaus noch von weiteren einflussreichen SPD-Lokalpolitikern getragen wurden. So vom früheren Bürgermeister und GWL-Mitbegründer Jakob Koenen (1907-1974), dem einstigen Ortsvorsteher von Lipperbruch, Horst Schneider (1933-2015), und dem vormaligen Vizebürgermeister Martin Schulz. Daneben ist der Vorsitz der GWL- Aufpasser eine besondere Herausforderung für den Bundestagsabgeordneten, diese Obliegenheit in Lippstadt mit seinen Verpflichtungen in Berlin unter einen Hut zu bringen.
Hans Zaremba


