Von Oliver Bertelt bis zu Lars Wenderoth

Mit der Nominierung ihrer 25 Bewerberinnen und Bewerber für die Wahl des künftigen Stadtrates am Sonntag, 14. September, haben die Lippstädter Sozialdemokraten im März ihre Kampagne für die Kommunalwahl 2025 eröffnet. Mit dabei war im „Kasino“ auch der scheidende Abgeordnete des Bundestages, Bernhard Daldrup aus Sendenhorst im Nachbarkreis Warendorf, mit einem Impulsreferat zur „Lage der Kommunen“. Ebenso der am Sonntag, 23. Februar, in den Bundestag gewählte SPD-Kreisvorsitzende Jens Behrens (Overhagen) sowie der von der Sozialdemokratie unterstützte parteilose Kandidat für das Bürgermeisteramt Alexander Tschense.

Aufstellung des SPD-Teams für die Ratswahl 2025

Lippstadt am Samstag, 15. März 2025 (I):
Momentaufnahme während der SPD-Konferenz im „Kasino“. Von links Yannick Esleben, erstmaliger Ratsbewerber, Thomas Morfeld, Ortsvorsteher von Esbeck, Martin Schulz, ehemaliger Vizebürgermeister, Gunther Schmich, Lipperbrucher Ortsvorsteher, und Mathias Marx, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat.  

Bewerberinnen und Bewerber in den Wahlbezirken

Marianne Schobert (Kopernikusschule), Thomas Totzauer (Volkshochschule), Claudia Hagenhoff (Einwohnermeldeamt), Lena Reckmann (Josefschule), Susanne Helfrich (Gesamtschule) Katharina Knopik (Pappelallee), Yannick Esleben (Stadtarchiv), Leonie Stotz (Rathaus), Felix Wagner (Grundschule Weinberg), Dr. Steffen Menze (Evangelisches Gymnasium), Udo Strathaus (Krankenpflegeschule), Thomas Luerweg (Kindertagesstätte Hummelnest), Sabine Pfeffer (Behördenhaus), Gunther Schmich (Lipperbruch), Beate Wegmann (Lipperode), Pia Morfeld (Hörste, Garfeln, Rebbeke), Thomas Morfeld (Esbeck), Anne Sellmann (Dedinghausen-Rixbeck), Michael Althoff (Bökenförde/Mikado), Jens Behrens (Overhagen), Oliver Bertelt (Benninghausen, Hellinghausen, Herringhausen), Jonas Kayser (Eickelborn-Lohe), Besima Duranovic (Cappel), Mathias Marx (Bad Waldliesborn I) sowie Lars Wenderoth (Bad Waldliesborn II).   

Rangfolge der SPD-Reserveliste

Oliver Bertelt, Sabine Pfeffer, Mathias Marx, Katharina Knopik, Jens Behrens, Marianne Schobert, Dr. Steffen Menze, Anne Sellmann, Gunther Schmich, Leonie Stotz, Felix Wagner, Beate Wegmann, Thomas Morfeld, Besima Duranovic, Thomas Totzauer, Claudia Hagenhoff, Michael Althoff, Lena Reckmann, Thomas Luerweg, Pia Morfeld, Yannick Esleben, Susanne Helfrich, Jonas Kayser, Udo Strathaus und Lars Wenderoth.

Lippstadt am Samstag, 15. März 2025 (II):
Bernhard Daldrup, der mit Ende des Zeitabschnitts des 20. Bundestages nach drei Perioden (2013-2017, 2017-2021 und 2021-2025) aus den Parlament ausgeschieden ist, blickte auf das milliardenschwere Paket des Bundes für Verteidigung und Infrastruktur und gab seinen wahlkämpfenden Parteifreundinnen und Parteifreunden wertvolle Tipps.
Fotos (2): Hans Zaremba

Sondervermögen stärkt die Kommunen

Als Gast ihrer Runde hatten die Lippstädter Sozialdemokraten mit dem scheidenden Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup aus dem benachbarten Kreis Warendorf für das Impulsreferat „Lage der Kommunen“ einen fundierten Kenner der Kommunalpolitik gewonnen. Von 1991 bis 2003 war er Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderer der Stadt Beckum sowie von 2003 bis 2021 Landesgeschäftsführer der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) in Nordrhein-Westfalen. In dem zwischen den Unionsparteien, SPD und dem Bündnis 90/Die Grünen vereinbarten milliardenschwere Paket für Verteidigung und Infrastruktur sieht der 68-Jährige auch Chancen für die Entwicklung von Lippstadt, da ein Fünftel des Sondervermögens für die Infrastruktur den Ländern und Kommunen für notwendige Investitionen zur Verfügung gestellt werden. Für ihn stehe es außer Frage, dass die SPD für eine verbesserte Ausstattung der Bundeswehr und die Förderung von Investitionen mit Ja zu votieren habe.

Empfehlungen eines Fachmannes

In Anlehnung an Worte des früheren Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau (1931-2006), wonach das „Plakat noch nicht erfunden ist, was ein Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern ersetzt“ empfahl Bernhard Daldrup im jetzt gestarteten Kommunalwahlkampf von „Haus zu Haus zu gehen und den Bürgerinnen und Bürgern zuzuhören“. Und mit Blick auf das am Samstag, 15. November 1975, auf dem Mannheimer SPD-Bundesparteitag beschlossene kommunalpolitische Grundsatzprogramm der SPD hob der einst in seiner Geburtsstadt Sendenhorst als ehrenamtlicher Politiker wirkende und das aktuelle Mitglied des SPD-Landesvorstandes in Nordrhein-Westfalen die „Bedeutung der sozialdemokratischen Kommunalpolitik als Gesellschaftspolitik“ hervor.

Selbstkritische Einschätzung

Nach dem bislang schlechtesten bundesweiten SPD-Ergebnis nahm das langjährige Mitglied des Bundestages auch eine selbstkritische Einordnung der SPD-Politik vor. Dabei erwähnte er frühere parteiinterne Streitereien und die damit verbundenen Verluste von Mitgliedern. Ebenso sprach Bernhard Daldrup politische Fehleinschätzungen in der Migrationspolitik an. Zudem habe die SPD ihre Leistungen in der im November 2024 geplatzten Ampel-Regierung zu wenig herausgestellt. Unter anderem den Rentenfaktor von 48 Prozent nach 45 Beitragsjahren und die Anpassung des Mindestlohns.

Hans Zaremba